geschnitztes Bundeswappen

 

Pressebericht über das

100jährige Bestandesfest

vom 27. - 29. Tag im Ostermond

A.D. 2000 dazue 1


Ansprengungs-Urkundt

Das Straubinger Tagblatt und Gäuboden aktuell berichteten am 25. u. 30.April 2001

Rau, aber herz- und feierlich zelebrierte der Falkenfelser Ritterbund seinen 100. Geburtstag

Mit offenem Visier und galantem Wesen

für die unsterblichen Werte kämpfen

300 Recken aus teutschen und österreichischen Gauen sprengten zum Festkaptel an

Gastgeber und hochedler Großmeyster Philipp der Urschenbeckh, links, kredenzt dem Gesandten der Günzburger Ritterschaft den Freundschaftshumpen.

 

 

Helle Fanfarenstöße und dunkle Trommelwirbel. Prachvolle Recken in hermelinbesetzten Mänteln und federgeschmückten Baretts, vieledle minnigliche Burgfrauen und farbenprächtige Banner: Für ein Wochenende ist Straubing Zentrum hochmittelalterlichen Rittertums. 300 Ritter aus 27 Bündnissen waren aus allen teutschen Gauen und österreichischen Landen angesprengt, um dem heeren 100. Bestandesfest des Falkenfelser Ritterbundes am 28. im Ostermond ihre Ehrerbietung zu erweisen. Philipp der Urschenbeckh, 12. Großmeyster des Jubelbundes, hieß all die Edlen zum Festkapitel im prächtig geschmückten Rittersaal willkommen.


Der Straubinger Fanfarenzug spielte zum
Festzug und während des Festkapitels


Burgwahlspruch der Falkenfelser

Der 28. im Ostermond, abends. Fanfaren schmettern, Trommeln werden gerührt. Beim feierlichen Einzug von Großmeystern und Fähnleinführern mit ihren Bannern in den Rittersaal des Herzogschloßes, wo sie vom hochedlen Großmeyster Philipp der Urschenbeckh und den Seynen herzlich begrüßt werden, erheben sich all die vieledlen Recken und schönen Burgfrauen von ihrem Steiße.

Standingovations nennt man´s heut.

In Reimen erfolgt die Burgsicherungsmeldung: Die Zugbrück sei hoch, die Burg feindessicher, und so könne nun in Frieden gesippt und gefeiert werden. Dann weiht der Burgprälat Lichter- und Kapitel und der Freygraf spricht den Burg- und Bannfrieden: “Wohledle Recken, vieltausendfach schöne Burgfrauen, Streit, Hader und Zwietracht sind nun verbannt.” Und der Freygraf warnt in wohlgesetzter Rede, wer rülpset oder furzet fliege raus; auch wer zu viel des Mets oder Rebsafts genossen, infolge dessen einschlafe und laut schnarche und dann auch noch das Tischtuch als Rotztuch missbrauche, dem würden die Finger der rechten Hand gebrochen. Ja, so warn´s de oiden Ritterleit in der guadn oidn Zeit: hart, aber herzlich.

“Wacker allzeit!”

Mit einem Schluck aus dem Humpen und einem trifach “Wacker allzeit” fordert Großmeyster Philipp der Urschenbeckh die Gäste auf, die folgenden Stunden verklärter Ritterzeiten zu genießen. Dann wieder Fanfaren. Sie kündigen den festlichen Einzug von Albrecht und Agnes Bernauer an, die den Falkenfelsern und ihren Gästen ebenfalls ein “fröhlich Fest” wünschen.

Jetzt ertönt, eher kräftig als melodiös, das Kapiteleröffnungslied aus hunderten rauer Ritterkehlen: “Haltet treu zu unserm Bunde,/ reicht euch stets die Freundeshand;/ dann schall stets die frohe Kunde/ laut hinaus in alle Land./ Auf unsrer Burg kennt man nur Treue,/ Geselligkeit, die pflegen wyr./ Humor und Freundschaft gibt uns Weihe,/ so solls bleiben für und für.”

Der würdigen Ritterschaft zollt auch der Oberbürgermeister der Stadt Straubing seine Hochachtung. 100 Jahre hätten die Falkenfelser die hohen Ideale des Rittertums hochgehalten, Höflichkeit, Respekt, Anstand und ritterliche Freundschaft als Gegengewicht zur heutigen Realität gepflegt. Das sei ein richtiger Weg, betont er und wünscht für die nächsten 100 Jahre eine glückhafte Zukunft.

Gegen Verrohung und Niedergang der Sitten hielten die Ritter an ihren hohen Wertvorstellungen fest, unterstreicht Lanzelot du Lac, Hochmeyster des Deutschen Ritterbundes. 100 Jahre auf einer solchen Basis zu überleben, spreche für Qualität und Kraft tradierter Werte in einer Zeit, in der die technische Entwicklung den Menschen in den Hintergrund dränge.

Das Herzogpaar der Agnes Bernauerspiel
beehrte uns mit Ihrem Besuch und verlaß einen Prolog.

Der Großmeysterstuhl der Falkenfelser von 1912

“Für ritterliche Ideale”

Nach der Ehrung verdienter Recken mit dem Falkenfelser Treueorden und dem Austausch von Angebinden (Geschenken), entführt das Agnes-Bernauer-Ensemble für alte Musik mit schnarrenden Tönen, Flöten und Fidelwohlklang in eine Zeit, als jenseits von Rap, Raab und Rave der wahrhaft gute Ton noch geschätzt wurde.

An die Wiedergeburt des neuen Rittertums und die 100-jährige Geschichte der Falkenfelser erinnert dann Großmeyster Philipp der Urschenbeckh in seiner Festrede. Von Nazis verboten, sei der Ritterbund 1955 wiedergegründet worden. Der Großmeyster beklagt die heutige “Verschmutzung der Menschen von innen heraus”, den Wirrwarr von Moralbegriffen und die beängstigende Tatsache, daß der, der geschickt betrüge, in dieser Ellenbogen-Gesellschaft oft der Erfolgreiche und Hochgeehrte sei. Dagegen stellten die Falkenfelser und alle anderen Ritterbünde die hohen Ideale eines Wolfram von Eschenbach.

Das Agnes Bernauer Esamble verschönrte das Fest

Feierliche Humpenkreisung

Nach feierlicher Humpenkreisung, bei dem sich die erlauchten Hoch- und Großmeyster, Fähnleinführer und Schlaraffia-Repräsentanten vorstellen, und einer Burgpredigt, in der sich der Burgprälat, wolllüstig schwitzend, mit der minniglichen Fleischeslust befasst, wird dann gemeinsam und vielstimmig das “Falkenfelser Bundeslied” gebrummt: “Du Falkenfels bist meine Burg und wirst es ewig bleiben.”

Und nach der Mitternachtsweihe, bei der “der nach Walhall eingerittenen edlen Recken im ewigen Kapitelsaal” gedacht wird, beschwört der hochedle Philipp der Urschenbeckh in seinem Schlußwort noch einmal die “Kraft der ritterlichen Tradition” und wünscht nach vierstündigem Festabend “allseits guten Heimritt”.

Der schöne Prunkhumpen wird nur bei einem Festkapitel verwendet. 

Die Wappen der nach Walhall abgerittenen Recken

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