Das Lehen
der Herren zue Schambach

Ritterarbeit des edlen Profeßritters

Albrecht zue Schambach

anläßlich seines Ritterschlages in der Jahrung 1900 dazue 95

 

Am 24. Tag im Taumond der Jahrung 1900 dazue 95, erhielten wir anläßlich des Alexander Ordensfestkapitelum vom Hochedlen Großmeyster Jörg der Sattelboger den Auftrag, einen Lehensbericht über das Geschlecht der Schambeckh zue Schambach auszuarbeiten.



Schloß Schambach erbaut im 16. Jhrh.


Der Name der Ortschaft Schambach leitete sich von einem  prähistorischen Wort für Sumpf oder Schilfwasser ab, das “scam” lautet und in “Schemmer” für das Schilf fortbesteht.

Schon früh war in Schambach kirchlicher und weltlicher Güterbesitz ausgewiesen. Um das Jahr 826 / 830 ertauschte der Abt Appolonius gegen Hingabe von Gütern in Ginghofen, das Eigen des Diakons Erchanfried zu Schambach.

Zur Zeit der Bogener Grafenherrschaft waren in Schambach bereits Leute ansässig, welche sich nach dem Ort benannten.
Ihre Namen erscheinen in den Kosterurkunden Prüfenings und lauteten:

                Ruding de Scambach               im Jahre 1117
           Chunrad de Scambach                    ca   1175

In den Klosterurkunden von Oberalteich finden sich:

                 Albertus de Scambach             um 1184 - 1194
           Gotfried de Scambach                           1221

Die Urkunden des Kosters St. Emmeran in Regensburg findet man folgende Einträge:

             Gotfried de Scambach                     um 1141
             Adelbert de Scambach                         1182
             Albertus de Scambach                         1201

Es ist möglich und wahrscheinlich, daß diese Schambacher alle Ministerialstatus hatten und zwar eher bei der Regensburger Kirche, als bei den Grafen von Bogen. Es ist aber auch durchaus denkbar, daß in Schambach eine gemischte Ministerialiät der Regensburger Domvögte und der Bogener Grafschaft bestand.
Im Jahre 1251 vermachte Graf Heinrich von Ortenburg dem Passauer Domkapitel, das Schloß Schambach. Wenn der Besitz bei Ortenburg geblieben wäre, so wäre Schambach nach den damaligen Grundsätzen lutherisch geworden.
Der Standort des ältesten Schlosses wird auf dem Friedhofshügel vermutet. Bei Aushubarbeiten, so berichtet Pfarrer Engel, der zu Anfang des 19. Jahrhunderts in Schambach wirkte, fanden sich an der nordwestlichen Ecke des Langschiffes der Kirche, Mauerreste aus blauem Granit, die zum Fundament des alten Schlosses gehört haben dürften.

Erst im Jahre 1318 erschien wieder ein Schambacher Name. Als Zeitzeuge tritt ein Marquart Schambeck´h auf. Daß er den eingang genannten Schambachern entstammt, ist nicht nachzuweisen, dürfte aber als gegeben gelten. Für alten Eigentümerbesitz der Schambacher spricht der Zusammenhang, nach welcher der Sitz zu Schambach über die zweite Ehe der Tochter des “Hörnau Schambecken zu Schambach” mit Guta an Erhard den Rainer zu Rain gekommen war.

Das Kirchlein dürfte um das Jahr 1000 entstanden sein und mehrere Jahrhunderte als Pfarrkirche gedient haben. Es wird aber auch als Schloßkapelle verwendet worden sein. Wegen Platzmangel dachte man an einen Kirchenumbau. Ein Ritter -Peter der Rainer zu Schambach- stiftete hierfür im Jahre 1350 den Bauplatz, wo ehemals der Getreidestadel des Schambacher Adels stand. Die Kirche wurde nach der Errichtung dem Hl. Nikolaus geweiht.
Neben den Schambachern Rainer hatten auch Angehörige der Rainer zu Rain und des in Steinach sitzenden Zweiges dieses Geschlechts Güter im Ort. Die Erharder der Rainer zu Schambach übergaben Lehen an Herrn Chunrad den Alburger zu Geltolfingen.

A.D. 1327 war Haydenreich der Schambeck´h  Zeuge eines Geschäftes über einen Hof zu Hard.
Chunrad der Schambeck´h  siegelte 1363 eine Verkaufsurkunde. A.D. 1376 kauften Jakob der Schambeck´h  und Fröntz der Schambeck´h  zu Schambach eine ewige Messe in Schambach. Fröntz ist vermutlich identisch mit Franziskus der Schambek´h zu Schambach, der sich außerhalb Schambachs besitzmäßig engagierte.
A.D. 1374 kaufte er zusammen mit seiner Schwester Reychart, der Ehefrau des Kämmerers von Straubing - Albrecht Haidolfing-, von Eberwein den Harnsberger zu Harnsberg das herzogliche Lehensgut in Piebing.
A.D. 1378 kaufte er den Fröschelhof bei Tegernbach und A.D. 1382 erhielt er vom Hochstift Regensburg eine Hube zu Irlbach.

Ein Friedrich der Schambeck´h geriet wegen eines Streites über einen Hof zu Haberkofen in Gefangenschaft. Er kam auf Führbitten des Hans der Sattelboger zu Lichteneck wieder frei und mußte 1378 dem Kloster Adelsbach und einem Straubinger Bürger Burhard dem Pächs, ein Friedensversprechen schwören.

Die Schambeck´h  zu Schambach scheinen nach dem Ende des 14. Jahrhunderts nicht mehr vertreten zu sein.
Nach dem Aussterben des Mannesstammes kam das Schloß 1357 durch Verpfändung an die Rainer von Rain und 1380 durch Kauf endgültig in den Besitz dieses Geschlechts.

 

 

 

 

Pfarrkirche St. Nikola in Schambach
erbaut um das Jahr 1350

 

 

 

 

 

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