Geschichte der Burg Falkenfels

Luftaufnahme Burg Falkenfels 1996 (Philipp der Urschenbeckh)


Fährt man von Straubing aus die Bundesstraße 20 in Richtung Cham und biegt in Ascha links ab, so ist sehr bald das schmucke und erholsame Falkenfels im Vorderen Bayerischen Wald erreicht. Dort thront in der Mitte des Ortes auf einem bewaldeten Hügel die gleichnamige Burg, nach der sich auch unser Ritterbund benennt.

Erbaut wurde die Burg im 12. Jahrhundert durch die Grafen von Bogen zur Sicherung ihres Herrschaftsbereichs und der wichtigen Handelsstraße nach Böhmen. Es folgten 1230 die Ritter von Hohenfels, um 1400 dann die Falkensteiner. Durch Vererbung kam die Burg 1424 an die Frauenberger zum Hag und nach ihnen waren die Paulsdorfer zu der Kürn die Herren auf Falkenfels. Hans der Paulsdorfer und sein Sohn Wilhelm beteiligten sich wie viele andere Ritter aus der Region im sogenannten Löwlerkrieg an der Fehde gegen Herzog Albrecht
IV. Dessen Truppen belagerten die Burg und brannten sie 1492 nieder. Alsbald wieder aufgebaut kam sie durch Heirat 1550 an die Seiboldsdorfer. Im dreißigjährigen Krieg wurde die Burg von den Schweden 1640 erneut zerstört, aber nach kurzer Zeit nochmals aufgebaut.
 

Dann erwarben sie die Reichsfreiherrn von Weichs. Seit 1796 hatte Gabriel Freiherr von Buchstetten den Sitz inne, der 1807 wiederum durch einen Brand arg beschädigt wurde. 1820 kam es zur Aufsplitterung des Guts, die nur noch teilweise wiederhergestellte Burg war seit 1832 durch Kauf im Besitz derer von Leng und ab 1919 ging sie an den Gutsbesitzer Schimmelmann über. 1925 zerstörte ein großes Schadenfeuer wiederum weite Teile der Burg, vor allem die Wirtschaftsgebäude und die dazugehörige Brauerei, die man nicht wieder aufbaute. 1950/51 kaufte ein Straubinger Geschäftsmann  die Burg und führte sie durch Umgestaltung der Innenräume ihrem heutigen Zweck als behagliches Hotel zu. Seitdem haben die Besitzer 1988 und 1996 gewechselt.

Die ursprüngliche Höhenburg war mit zwei terassenartig übereinander gestaffelten Ringmauern versehen, die an der Nordseite noch teilweise erhalten sind. In der Mitte der Ostseite befindet sich der Bergfried aus unregelmäßigen Quadern, im Kern 13. Jahrhundert, später verändert auch durch den Zinnenkranz von 1888. Unmittelbar mit dem Bergfried verbunden ist die Schloßkapelle St. Joseph von 1693. Die Anbauten und Nebengebäude wurden vorwiegend im 20. Jahrhundert errichtet. In Falkenfels gab es nachweisbar von 1718 bis 1985 Pfarrer, die zugleich den Titel eines Sazellans, also Schlosskaplans trugen.

Tuschezeichnung Burg Falkenfels  (Eberwein von Weißenstein)

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