Gründungswappen
 A.D. 1900 dazue 1

Die Geschichte des
Ritterbundes Falkenfels
zue
Strupinga


Wiedergründungswappen
A.D. 1900 dazue 55


A.D. 2000 dazue 3

                               Offizielles Wappen des Ritterbundes Falkenfels                                             

 

Chronik Ritterbund Falkenfels

Auszug aus der Festschrift 100-Jahre Ritterbund Falkenfels A.D. 2001 vom Hochedlen Großmeyster Philipp der Urschenbeckh

Wer die Burg Seebenstein bei Wiener Neustadt schon einmal besucht hat findet auf ihr nicht nur Sehenswürdigkeiten von historischer Bedeutung sondern auch die Wurzeln unserer ritterlichen Idee neuerer Zeit. 1790 hatte dort Hofrat Anton David Steiger als Hainz am Stein mit dem Beinamen der Wilde die Wildensteiner Ritterschaft zur Blauen Erde gegründet und damit das Rittertum des Mittelalters im Sinne der Romantik wieder aufleben lassen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts folgten immer mehr Ritterbünde diesem Beispiel und 1884 wird bereits von 32 solcher Vereinigungen in Bayern und Österreich berichtet.


Gründer und 1. Großmeyster
Alexander von Luxemburg

 


Wappen
unseres Gründers

 

Spätestens 1901 sprang der Funke auch auf Straubing über, als der 51-jährige Holzkaufmann Alexander Knaf und weitere 22 angesehene Bürger aus der Geschäftswelt, Handwerk und Beamtenschaft den „Ritterbund Falkenfels zue Strupinga“ offiziell aus der Taufe hoben. Bereits 1886 hatte Knaf den noch bestehenden Ritterbund der Markgrafen Deutsches Heim zue Vurthe (Furth im Wald) und anschließend 1893 den der Lobensteiner zue Roding gegründet, den es heute nicht mehr gibt. Alexander von Luxemburg, wie sich der 1850 in Befort im Großherzogtum Luxemburg geborene erste Großmeyster der Falkenfelser ritterlich nannte, fungierte in diesem Amte bis zu seinem frühen Tode im Jahr 1909. Zugleich war er seit 1905 auch 3. Hochmeyster des Bundes Deutscher Ritterschaften mit damals 35 Bündnissen, über 30 weitere Bünde gab es noch im damaligen Allgemeinen Deutschen Ritterorden. Beide vereinigten sich 1920 zum Deutschen Ritterbund.
Einem glücklichen Umstand war es zu verdanken, daß unser Alt- und Ehrengroßmeyster Eberwein von Weißenstein in den Besitz des wunderschönen „Geleit-Priefs“ (heute Sassen-Brief) unseres Gründers kam, der ein wahres Kleinod darstellt. In ihm findet sich auch das ursprüngliche Wappen des Bundes von 1901 wieder, das auf der Titelseite der Festschrift abgebildet ist.

Zur Namensgebung unseres Bundes hatte die Burg Falkenfels unweit von Straubing im Vorderen Bayerischen Wald beigetragen, die im 12. Jahrhundert als Ministerialensitz der damals mächtigen Grafen von Bogen erbaut wurde und bis heute, wenn auch baulich stark verändert, besteht. Davon abgeleitet dominiert nachweislich seit 1910 der Falke in unserem Wappen. Das ursprüngliche Bundeslied „Für Treu und Recht, für Ritterehr, für Falkenfels, raus mit der Wehr“ wurde zu späterer Zeit anstatt „Halloh“ zum neuen Burgwahlspruch genommen.


2. Großmeyster
Walther v.d. Vogelweide

 


3. Großmeyster
Rhoderich v. Reynrtsperg

 


4. Großmeyster
Franz Graf v. Bogen

 

Als 2. Großmeyster folgte 1909   Walther von der Vogelweide und bereits 1911 nahm  Rhoderich von Freyntsperg auf seinem selbst hergestellten und noch heute verwendeten Großmeysterstuhl  Platz. Während seiner Amtszeit wurde das Burglokal vom Cafe Wittelsbach (heute Hotel) in die Brauhauskeller-Gaststätte in der Mühlsteingasse verlegt und zu einem der schönsten Rembter im ganzen Ritterreich ausgebaut. Nach seinem Tode 1919 begann mit Franz Graf von Bogen, eine ausgesprochene Blütezeit für die damals rund 30 Falkenfelser und einer Vielzahl von Ehrensassen. Die Burgmusica mit Streichquartett und Gesangschor genoß hohen Ruf und zahlreiche Festivitäten belebten ungemein das kulturelle Leben.

Am 30.9.1935 erfolgte auf Druck der damaligen Staatsgewalt die Zwangsauflösung des Deutschen Ritterbundes und seiner 79 angeschlossenen Ritterbündnisse. Auch vielen anderen Organisationen ähnlicher Struktur erging es damals ebenso. Mit diesem Dolchstoß ins ritterliche Herz war auch das aktive Leben und Treiben unseres Bundes erloschen und wenig später begann 1939 der verheerende 2. Weltkrieg, dem Millionen Menschen zum Opfer fielen. Beim Luftangriff des 18.4.1945 auf Straubing versank auch unsere Burg im Brauhauskeller in Schutt und Asche. Wer konnte es verdenken, daß es nach diesem Trauma praktisch niemanden mehr gab, der noch an das Gute und Schöne, eben an die Ideale und Rittertugenden glaubte.

Die Wiedergründung
A. D. 1900 dazue 55

Doch im Ostermond 1955 begann wieder die Stunde der Idealisten. Die meisten Falkenfelser waren schon in den ewigen Kapitelsaal abgeritten, als ein Schwemmritter aus Landeshuta, der 1935 beruflich nach Strupinga gewechselt war, die Initiative ergriff: Es war dies Very von Hirscheck, der  als 5. Großmeyster und weiteren 5 Recken, darunter auch unser heutiger Großkomtur Georg von Greifenstein den Ritterbund Falkenfels wieder aus der Taufe hoben. Vergessen ist dabei nicht, daß uns seinerzeit die Falkensteiner zue Ratisbona und die Natternberger zue Plädelingen ritterlich unterstützten.

Als bald darauf Very von Hirscheck wieder nach Landeshuta zurückkehrte, wo er noch viele Jahre mit den Schwemmern sippte, wählte man bereits im Nebelmond 1955 seinen Kanzler Aloysius der Reinecker zum 6. Großmeyster. Er leistete ungemein viel Aufbauarbeit, was den Bunde heute noch zu gute kommt. Kapitelte man anfangs noch provisorisch in einem Nebenzimmer des Gasthofs Bayerischer Löwe am Ludwigsplatz, wurde bereits im Weinmond 1958 eine neue Burg in der Gaststätte des Dietl-Sommerkellers an der Regensburger Straße eingeweiht. Die Reckenzahl wuchs stetig auf weit über 20 an und die Falkenfelser nahmen langsam wieder einen festen Platz im gesellschaftlichen Leben ein.


5. GM und Wiedergründer 1955
Very von Hirscheck


6. Großmeyster
Aloysius der Reinecker


7. Großmeyster
Friedrich von Thörring

1961 folgte Friedrich von Thörring, beim 60. Bestandesfest des Bundes auf den Großmeyster-Stuhl. Unter ihm nahm der Bund weiteren Aufschwung und seine Hauptrolle als Herzog Ernst in den Agnes Bernauer-Festspielen bleibt unvergessen. Das war auch der Anlaß, daß eine ganze Reihe unserer Recken bis auf den heutigen Tag bei diesen Spielen mitwirkten. Doch der knöcherne Sensenmann entriß ihm schon nach 2 Jahren sein Großmeyster-Schwert. In dieser Not übernahm 1963 sein Stellvertreter Carolus von Degenberg, mit großer Tatkraft die Führung. Als 8. Großmeyster war er gleich mehrfach gefordert. In nur zwei Monden wurde im Frühjahr 1964 unter hohem freiwilligen Arbeitsaufwand der Recken die heutige Burg in der Gaststätte zum Loichinger, jetzt Hotel Gäubodenhof am Theresienplatz, errichtet. Möglich war dies nur durch das ritterliche Verständnis des Besitzers und zugleich Wiedergründers unseres Bundes Georg von Greifenstein, der sich auch profan weit über Strupingas Mauern hinaus einen Namen machte.

Zum Großmeysterkonvent und Deutschen Rittertag im Wonnemond 1964 in Strupinga konnten die Falkenfelser dann die von allen Seiten bestaunte jetzige neue Burg präsentieren. Der eindrucksvolle Rembter, die gelungene Trinkstube, auch Dürnitz genannt, und die wehrhafte Vorburg sorgten für eine Atmosphäre, die jedes Ritterherz höher schlagen ließ. Und das im Dachgeschoß eines jahrhundertealten Hauses mitten im Herzen der Stadt – was will man mehr. Eine absolute Meisterleistung!


8. Großmeyster
Carolus von Degenberg

Zum 70. Bestandesfest des Bundes im Jahre 1971 fiel das Votum der Sassenschaft auf Eberwein von Weißenstein als neuen Großmeyster. Man hätte keine bessere Wahl treffen können. Profan als versierter Kunstschlossermeister, sorgte er mit leidenschaftlicher Hingabe für eine vortreffliche Detailausstattung unserer Burg. Aus seiner Feder entstanden auch herrlich-romantische Schriftstücke und Zeichnungen – und die ebenso kunstvolle wie gewichtige Chronika der Falkenfelser. Während seiner 15-jährigen Amtszeit zeichnete der damalige Erlauchte Hochmeyster Hadamar von Laaber 1984 den Ritterbund Falkenfels mit dem Prädikat „Herzstück des Deutschen Ritterbundes“ aus. Auch in der Öffentlichkeit beteiligte sich der Bund bei caritativen und denkmalerhaltenden Maßnahmen, außerdem fand 1974 ein weiterer Deutscher Rittertag in Strupinga statt.
Im Jahre 1986, der Bund hatte einen Höchsttand von 42 Sassen erreicht, betritt mit Jörg dem Sattelboger der 10. Großmeyster den Hochsitz. Er führte er den Bund weiterhin mit guter Hand. Auf ihn, der seine Heimatstadt Straubing über alles liebte, konnte man sich jederzeit verlassen. Auch als Bundesrat im Deutschen Ritterbund leistete er wertvolle Dienste, ebenso durch seine tatkräftige Mitwirkung und Falkenfelser Patenschaft bei der Wiedergründung des Puchberger Ritterbundes im Schweinachgau zue Hengersberg im Jahre 1993, der seinen Ursprung bereits 1865 hatte.
Nach dem viel zu frühen Walhallabritt Jörg des Sattelbogers im Jahre 1996 wurde Heinrich von Hohenfels, zum neuen Großmeyster gewählt. Er konnte auf einen großen Erfahrungsschatz als einstiger Graf des Donauwaldgaues sowie langjähriger Zeremonienmeyster zurückgreifen. Doch schon bald forderte seine angeschlagene Gesundheit ihren Tribut,


9. Großmeyster
Eberwein von Weißenstein


10. Großmeyster
Jörg der Sattelboger


11. Großmeyster
Heinrich von Hohenfels



12. Großmeyster
Philipp der Urschenbeckh

so daß im Wonnemond 2000, ein Jahr vor dem hundertjährigen Bestandesfest unseres Bundes, der bisherige Schatzmeyster Philipp der Urschenbeckh, als 12. Großmeyster die Verantwortung übernahm. Sein Amtsantritt war nicht nur mit einer Verjüngung des gesamten Burgrats verbunden sondern fällt auch in eine Zeitepoche, die von gesellschaftlichem Werteverfall geprägt ist. Doch wie seine Vorgänger hält er als Idealist das Banner des Falkenfelser Ritterbundes fest und aufrecht in seinen Händen um auch diesen neuzeitlichen Stürmen zu widerstehen.
In seiner Amtszeit stellte er vor allem die Wurzeln des historischen Rittertums wieder deutlicher heraus, bemühte sich sehr um inhaltsreiche Kapitel und sorgte 2001 mit seinen Recken für ein unvergessliches 100-jähriges Bestandesfest mit 300 Gästen aus Nah und Fern im Herzogschloß zu Straubing.



13. Großmeyster
Veit der Kolmburger
derzeit in Amt und Würden

Ergänzung:
In der Jahrung 2007 gab Philipp der Urschenbeckh sein Amt ab und die Wahl der Sassenschaft fiel auf seinen bisherigen Stellvertreter und Gebietiger Veit der Kolmburger. Als nunmehr 13. Großmeyster legt auch er großen Wert auf die Tradition der ritterlichen Gepflogenheiten und sein stetiges Bemühen um neue Knappen zeigt gute Früchte. Unter seiner Leitung richteten die Falkenfelser in der Jahrung 2010 mit großem Erfolg und rund 250 Teilnehmern den 44. Deutschen Rittertag im Straubinger Herzogschloß aus. Und ein Jahr darauf - 2011, feierte der Bund sein 110-jähriges Bestandesfest, ebenfalls festlich mit vielen Gästen und diesmal im Straubinger Karmelitenkloster.



Die hochedlen Großmeyster stehen stellvertretend für die vielen ungenannten wohledlen Ritter, edlen Junker und ehrsamen Knappen, die seit der Gründung freundschaftlich und treu dem Bunde gedient haben. Nur durch das kreative Zusammenwirken aller konnte unser Ritterbündnis blühen und gedeihen. Einer für alle, alle für einen. Wo diese Solidarität auch heute noch gelebt wird, ist eine fruchtbare Zukunft gesichert. An dieser Stelle sei ausdrücklich gedankt auch allen vielschönen minniglichen Burgfrauen, die durch verschiedenste Beiträge, vor allem aber durch ihr Verständnis der Rittersache einen wertvollen Dienst erwiesen haben.

 

   Festwappen - 100 Jahre Ritterbund Falkenfels
  A.D. 2000 dazue 1

Zurück-Inhalt