Der Ritterbund Falkenfels
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estvortrag in gekürzter Fassung, aus der Feder des
Hochedlen Alt- und Ehren-Großmeysters Philipp der Urschenbeckh:



Anmerkung: Die folgende Geschichtsreise beginnt im 4. Jahrhundert, als im römischen Reich das Christentum zunächst zur tolerierten und später zur Staatsreligion erklärt wurde und Ende des Jahrhunderts das weströmische Reich schließlich seinen Niedergang fand mit dem Ende der europäischen Antike. Beides waren epochale Meilensteine für die zukünftige, abendländische Geschichtsschreibung und Kultur.



Festvortrag
Vom 5. bis 10. Jh. folgte das frühe Mittelalter mit der Kaiserkrönung Karls des Großen im Jahre 800 und damit auch der Entstehung des Rittertums. Das Hochmittelalter vom 11. bis 13. Jh. war die Blütezeit des Ritterwesens und des Burgenbaues, der romanischen Baukunst, der Klostergründungen, der Minnesänger, aber auch der Kreuzzüge und der Stadtgründungen, darunter Straubing 1218. Das Spätmittelalter reichte vom 14. bis 15. Jh. und Kaiser Maximilian I., ein Habsburger, der den Beinamen "der letzte Ritter" trug und 1519 in Wels starb. Der Hochadel und Adel mit dem Rittertum zählte damit immerhin rund 700 Jahre lang zu den drei tragenden Säulen der damaligen mittelalterlichen Gesellschaft, neben der Kirche und dem Klerus sowie dem arbeitenden Volk aus Bauern, Kaufleuten und Handwerkern. Gemäß Schätzungen von Experten gab es in diesem gesamten Zeitraum bis zu 20.000 Burgen im deutschsprachigen Raum.



Im Jahre 1790 wurde auf Burg Seebenstein bei Wiener Neustadt von enthusiastischen Verehrern des alt-deutschen Rittertums und seiner Werte die "Wildensteiner Ritterschaft zur Blauen Erde" gegründet und damit der Vorbote unserer heutigen Ritterbündnisse im Sinne der Romantik. Das 19. Jh. galt auch als Zeitalter des "Historismus", also der Rückbesinnung auf frühere Wertvorstellungen. Im Jahre 1884 schließlich wurde aus bereits 32 solcher Ritterschaften Bayerns und Österreichs der Grundstein für den späteren Deutschen Ritterbund gelegt.



In Straubing gründete der erfolgreiche Holzkaufmann Alexander Knaf im Jahre 1901 den "Ritterbund Falkenfels zue Strupinga" (benannt nach der Burg Falkenfels im nördlichen Landkreis) mit weiteren 22 angesehenen Bürgern aus Geschäftswelt, Handwerk und Beamtenschaft. Knaf wurde deren erster Großmeister und benannte sich Alexander von Luxemburg nach seinem Geburtsland. Ein reges ritterliches Treiben folgte, bis schließlich der 2. Weltkrieg alles zunichte machte. Im Jahre 1955 fand die Wiedergründung statt und einer dieser Idealisten war Georg Bräuherr, der spätere 2. Bürgermeister der Stadt. Das Vereinsheim beziehungsweise als "Burg" bezeichnet, befand sich dabei von 1964 bis 2016 im Hotel "Gäubodenhof" am Straubinger Theresienplatz und musste dann wegen Eigentümerwechsel "geschleift" werden.



Seit einiger Zeit finden die regelmäßigen Treffen der Rittersleut´, die sogenannten "Kapitel", in einem Nebenraum des Pfarrheims in Straubing-Sossau statt unter der Leitung des amtierenden Großmeisters Bernhard von Stauff zue Ehrenfels (Bernd Straub), basierend auf den vier ritterlichen Säulen "Kultur-Tradition-Freundschaft und Humor." Interessenten, die man Pilgrime nennt, also Suchende, sind herzlich willkommen. Der Wahlspruch des Bundes lautet: "Für Treu und Recht, für Ritterehr, für Falkenfels, raus mit der Wehr". Wer freundschaftliche und qualitative Gemeinschaft sucht, abseits des gestressten Alltags, ist bei einem Ritterbund gut aufgehoben, so Altgroßmeister Philipp der Urschenbeckh. Abschließend gibt er noch folgenden interessanten Rat: "Die beste Möglichkeit, Zeit zu haben, ist, sich Zeit zu nehmen".